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Dokumentation

Vernetzungstreffen | 17.01.2021 | online

Wir sagen Danke!

Wir möchten uns bei Euch für das Interesse an dem Vernetzungstreffen vom 17. Januar 2021 bedanken!

Aufgrund der Pandemie fand das Treffen online über das Webkonferenztool BigBlueButton statt. Das Treffen schloss inhaltlich an das erste Vernetzungstreffen am 11. Oktober 2020 in der Alten Ziegelei an. Die Dokumentation des ersten Treffens könnt ihr hier nachlesen.

Auf dem ersten Treffen hatten wir u.a. Gemeinsamkeiten der anwesenden Gruppen diskutiert, mit dem Ziel herauszufinden, ob es eine gemeinsame Basis geben könnte, auf der wir zukünftig zusammenarbeiten können. Für das zweite Treffen wollten wir Teile der Diskussion wiederaufnehmen und haben dafür einen Referenten eingeladen, der von einer Vernetzungsinitiative aus Landau berichtete. Im Anschluss stellte Marcel den Klimaentscheid Mainz „MainzZero“ und Kathrin die Gruppe Psychologists for Future kurz vor. Bei allen Impulsgeber*innen möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken!

Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Ergebnisse des zweiten Treffens zusammen.

Ganz liebe Grüße

aus dem Vorbereitungsteam

Heshmat, Roman (Attac Mainz), Marcel (Medinetz Mainz), Torsten (Initiative Mainz-Rojava), Hannes (Mainz im Wandel)

Rückblick auf die Ergebnisse des ersten Treffens

Gemeinsame Kommunikation

Telegram-Channel „Wandel in Aktion“ beitreten: https://t.me/wandelinaktion_tausch

Mailingliste abonnieren: https://lists.posteo.de/listinfo/mainzimwandel

Einladung Stammtisch von Mainz im Wandel

jeden Monat am 22. (derzeit Online)

Hier findest Du die Infos für den nächsten Stammtisch.

Terminkalender

Termine beitragen: https://mainzimwandel.de/termin-beitragen/

Wissen & Ressorcen teilen

Wiki unter: https://wiki.mainzimwandel.de/Start

Um die Infrastruktur zu stellen, wäre eine eigene Arbeitsgruppe sinnvoll und notwendig.

Ausführliche Infos zu diesen Punkten in der Dokumentation des letzten Treffens: https://mainzimwandel.de/vernetzungstreffen-11-10-2020/

Vorbereitung der Treffen

Wunsch eines Rotationsprinzip bei der Vorbereitung.
Auf dem letzten Treffen hatten wir uns gewünscht, dass die Vorbereitung langfristig gesehen rotiert. Bisher wurden die Treffen von Personen aus den Gruppen Attac Mainz, Initiative Mainz-Rojava, Mainz im Wandel und Medinetz Mainz vorbereitet. Die Rotation hätte einige positive Aspekte, von denen wir hier nur einige nennen möchten:

(1) Wir lernen uns gegenseitig besser kennen.
(2) Der Prozess hängt nicht von einzelnen Personen ab.
(3) Es werden mehr Perspektiven berücksichtigt.
(4) Wir lernen von einander.

Wir freuen uns, wenn sich noch Menschen finden würden, die sich vorstellen können bei der Vorbereitung des nächsten Treffen zu unterstützen (Moderation, Protokoll, Dokumentation, Organisation allgemein, etc.). Bei Interesse schreibt uns bitte an info@mainzimwandel.de

Impuls von der Initiative aus Landau

Vorstellung des Prozesses in Landau

Wichtig ist die Analyse der Situation. In Landau gibt es viele verschiedene Gruppen mit großer Diversität, was die jeweiligen Themen, Aktionsformen oder Organisationsstruktur angeht. Es wurde festgestellt, dass ein Mangel an gruppenübergreifender Vernetzung und Kommunikation jenseits klassischer Rundmails herrscht. Die einzelnen Gruppen entsprechen nicht immer ihrem „Label“, so dass ein gegenseitiges Kennenlernen als wichtig empfunden wird.

In Landau wird ein „utopischer Ansatz“ nach den Grundsätzen der kurdischen Befreiungsbewegung gewählt. Mit folgenden drei „Säulen“:

  1. Basisdemokratische Organisation
  2. Frauenbefreiung/Geschlechtergerechtigkeit
  3. Soziale Ökologie

Ziel im Prozess des Organisierens ist es, die einzelnen Gruppen solidarisch miteinander zu verbinden und regelmäßigen Austausch in einem „Komitee“ zu ermöglichen, indem jede Gruppe paritätisch (Mann-Frau) und rotierend vertreten ist. Damit sollen Hierarchien – auch in Form von Wissenshierarchien – und Zentralisierung vermieden sowie mehr Kontinuität erreicht werden. Die Beteiligung an der Vernetzung soll darüber hinaus nicht von dem Engagement Einzelner abhängen. Weitere wichtige Ziele bestehen darin, die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen zu erreichen und die Diversität durch die Einbeziehung von Betroffenen zu erhöhen, ohne „Stellvertreterpolitik“ zu betreiben. Dabei spielen „Bildungsbrücken“ und Informations- und Meinungsaustausch eine große Rolle, um die gegenseitige Motivation zu verstehen. Statt Unterschieden werden bewusst Gemeinsamkeiten betont und rassistische oder sexistische Strukturen / Gruppen ausgeschlossen.

Eine weitere Erfahrung, die im laufe des Prozess der Vernetzung von 2019 bis 2021 gemacht wurde, besteht darin, dass es wichtig ist gemeinsam aktiv zu werden, die Initiative zu ergreifen und eigene Themenschwerpunkte zu setzten. Eine wichtige Erkenntnis ist auch, dass ein kommunaler Schwerpunkt wichtig ist und die Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes im Fokus stehen sollte. In Landau ist dies u.a. ein gemeinsamer Raum und daraus ergab sich die Forderung nach einem „autonomen Zentrum“.

Viel diskutierte Fragen waren: Wie wollen wir Leben? Wie können wir eigene Räume schaffen? Wie kann Selbstverwaltung organisiert werden? Was sind unsere Zukunftsaussichten?

Weitere Informationen:

Protokolle Kleingruppen

(Die Kleingruppen wurden gebeten ihre Gedanken in einem Pad als Dokumentation festzuhalten. Der Inhalt wurde bis auf die Formatierung und Rechtschreibung unverändert übernommen)

Gruppe 1

  • Gruppen (nicht nur einzelne Vertreter*innen) müssen sich kennen lernen.
  • Zusammen wachsen durch gemeinsame Projekte.
  • Es müssen Räume zum Treffen und zur Zusammenarbeit geschaffen werden.
  • Es ist wichtig, dass sich die Gruppen in der Breite kennenlernen.
  • Gemeinsame Bildung

Gruppe 2

  • Website „In welcher Gesellschaft wollen wir leben? → schon bundesweit vernetzt: http://welche-gesellschaft.org/
  • Rojava ist spannend: trotz der widrigen Umstände haben Menschen es dort geschafft, Strukturen zu etablieren, was an anderen Orten mit „besseren“ Gegebenheiten schwieriger scheint, umgesetzt zu werden.
  • Austausch rund um Infos zu Rojava.
  • Ansatzpunkt: Probleme vor Ort lösen (ganz Praxis zentriert), ohne ideologischen Überbau, Menschen zusammenzubringen.
  • Frage: Wie könnten „Erfolgskonzepte“ aus Rojava auf Mainz/ Landau…im Wandel übertragbar sein? 
  • Zentral an Rojava: Aufbau basisdemokratischer Strukturen löste Staat mit Repressionsorganen ab.
  • Frage für uns: Wenn wir mehr in die Gesellschaft durchdringen wollen, dann müssen wir schauen, auf welchen Ebenen überhaupt Marginalisierung stattfindet; Wandel kann letztendlich nur von diesen marginalisierten Gruppen ausgehen.
  • Wenn man gemeinsam an einem Problem arbeitet, das viele verschiedene marginalisierte Gruppen betrifft → diese Gruppen können zusammenkommen, sich vernetzen.

Gruppe 3

  • Welche Rolle sollen inhaltliche Auseinandersetzungen in der Vernetzungsarbeit spielen? (Awareness-Treffen, Selbstverständnis, etc.)
  • interne Bildung über bspw. Lesegruppen, Zines o.ä.?
  • Persönliches Kennenlernen verstärkt Gemeinschaftsgefühl.

Gruppe 4

  • Keine Hierarchien aufkommen lassen.
  • Durch wechselnde Vertreter*innen breite Beteiligung schaffen.
  • Doppelspitze gut, da bisher zu Männer lastig.
  • „Bildungsbrücken“ sind wichtig, auch um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
  • Kontakt zu migrantischen Organisationen verbessern.
  • Von der Reaktion zur selbstbestimmten Aktion kommen.
  • Die vorgestellte Organisationsform fanden wir gut. Sie könnte durchaus ein Beispiel für unsere Organisierung hier sein.
  • Niederschwelliges Angebot an Interessierte.

Gruppe 5

  • Lernen von anderen Vernetzungsintitiativen: Aus deren Fehlern im Aufbau lernen oder mögliche Stolpersteine konkreter hervorheben, sodass für uns praktische Hinweise in der Aufrechterhaltung der Netzwerks entstehen. 
  • „Komitee“ im Sinne der föderalistischen Demokratie ist neben anderen Kritikpunkten ein Zusatzaufwand. Hier sehen wir die Ambivalenz von Vor- und Nachteilen aus einem reinem Netzwerk zur Information und Mobilisierung sowie einer organisierten Struktur (Vertreter*innen, gemeinsame Werte/Ziele, Positionen, etc.).
  • Wie kann Diversität in der Vernetzung selbst geschaffen werden und nicht nur im späteren Handeln zum Ausdruck kommen? Z.B. marginalisierte Gruppierungen für den Aufbau des Netzwerks ansprechen, Diversitätskriterien im Gruppenprozess.

Vorstellung des Klimaentscheid Mainz – MainzZero

Marcel stellte in einem kurzen Impuls den Klimaentscheid Mainz MainzZero vor. Weiter Informationen dazu findet ihr auch im Terminkalender hier auf der Seite! Ziele von MainzZero sind:

  1. Klimaschutz muss sozial sein
  2. Grünachsen in jedem Stadtteil
  3. Ausbau der Grünflächen im Siedlungsbereich
  4. Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV)
  5. Attraktiver und sicherer Fuß- und Radverkehr
  6. Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung
  7. Energetisch-optimierte Sanierung des Gebäudebestandes
  8. Ökologische und nachhaltige Stadtplanung
  9. Grüner Strom und grüne Wärme für Mainz
  10. Bildungsoffensive zu Klima- und Umweltschutz
  11. Mehr vegetarische und vegane Angebote in städtischen Mensen und Kantinen

Der Klimaentscheid Mainz kann noch Unterstützung bei dem Sammeln von Unterschriften gebrauchen!

Weitere Informationen:

Vorstellung Psychologist for Future Mainz

„Climate change is a psychological crisis, whatever else it is.“

Poulsen, 2018

Kathrin stellte die Gruppe Psychologists / Psychotherapists for Future vor. Die Gruppe ist Teil der „For Future“-Bewegung und steht damit hinter den Forderungen der „Fridays for Future“. Hauptziele ihrer Arbeit ist die Förderung von Klimaresilienz, sowohl individuell als auch gesellschaftlich. Dazu gehört, das Bewusstwerden der Klimakrise, den emotionalen Umgang damit und konstruktives Handeln im Umgang mit der Klimakrise zu fördern, sowie Klima-Engagierte und – Gruppen zu unterstützen.

Hier noch ein Vortrag auf Youtube, der einen weiteren Einblick in die Arbeit der Gruppe Psychologists / Psychotherapists for Future gibt.

Weitere Informationen:

Wie weiter?

Nächstes Treffen

Das nächste Treffen wird voraussichtlich Anfang April stattfinden. Alle, die sich vorstellen können das Treffen mitzuorganisieren, sind herzlich dazu eingeladen an den Vorbereitungstreffen teilzunehmen.

Idee einer Veranstaltungsreihe

Die Idee besteht darin, eine gemeinsame online Veranstaltungsreihe des – hoffentlich entstehenden – Netzwerks zu organisieren, in der alle Interessierten ihre Ideen und Inhalte in Workshops präsentieren können. So können wir anfangen unser Wissen und unsere Erfahrungen zu teilen sowie unsere Ideen und Visionen miteinander zu diskutieren. Erfahrungsgemäß verbinden gemeinsame Aktionen und sie könnten dazu dienen, dass gemeinsam neue Ideen und Projekte für Mainz entstehen. Einige Anregungen, in welche Richtung es gehen könnte, findet ihr in folgendem Pad: https://pad.riseup.net/p/pWVnS3TLelzgSqRr3zj5-keep

Die Veranstaltungsreihe müsste von einigen Menschen vorbereitet werden, welche ansprechbar sind, die Infrastruktur in Form von Videokonferenzen sowie die Werbung und die allgemeine Koordination übernehmen. Schreibt uns an, wenn ihr mitmachen wollt oder Ideen für Veranstaltungen habt: info@mainzimwandel.de

Weiter Informationen werden über den Verteiler geschickt.

Liste anwesender Gruppen

(Anwesend waren in etwa 25 Menschen aus verschiedenen Gruppen. Die unten genannten Gruppen wurden aus dem Chat bei der Vorstellungsrunde entnommen. Einige haben keine Gruppe genannt, andere mehrere Gruppen, in denen sie aktiv sind.)

  1. Initiative Mainz-Rojava
  2. Students for Future Mainz
  3. Medinetz Mainz
  4. Solidarische Landwirtschaft Mainz
  5. Ökosozialistische Initiative Mz / Wi
  6. Make Rojava Green Again
  7. Arbeitskreis Rojava
  8. Extinction Rebellion Mainz
  9. Psychologist for Future Mainz
  10. Critical Mass Mainz
  11. Attac Mainz-Rojava
  12. Mainz im Wandel
  13. BUND Mainz
  14. Klimaentscheid Mainz – MainzZero
  15. Kollektiv guter Dinge
  16. Fridays for Future Mainz

Reflexionen des Vorbereitungsteams zum Vernetzungstreffen

Moderation

  • Mehr Zeit für die Vorstellungsrunde in Kleingruppen einplanen.
  • Grundsätzlich bei online Treffen mehr Zeit einplanen oder weniger inhaltliche Punkte (Kommentar aus „geteilte Notizen“ im BigBlueButton VK-Raum).
  • Grundsätzlich mehr Zeit für inhaltliche Diskussionen einplanen.
  • Drei Stunden sind für ein online Treffen die Obergrenze.
  • Statt Zustimmung wurde während des Treffens gewünscht eher Widerstände abzufragen (Kommentar aus „geteilte Notizen“ im BigBlueButton VK-Raum).
  • Also Konsent-Prinzip statt Konsens-Prinzip (hier müsste man bei Gelegenheit über Entscheidungsfindung sprechen).

Inhalt des Treffens

  • Der erste Impulsvortrag war zu lange und zu sehr an der Theorie orientiert, obwohl das Thema inhaltlich nach wie vor spannend ist und weiter diskutiert werden sollte.
  • Es wurde sich mehr Orientierung an der Praxis gewünscht.
  • In der Diskussion spielte die Orientierung an der Praxis dann leider keine große Rolle und die Frage, was wir konkret aus den Erfahrungen in Landau für Mainz lernen können, geriet in den Hintergrund.
  • Leider war dadurch für die Vorstellung des Klimaentscheid Mainz / MainzZero und Psychologist / Psychotherapists for Future nicht mehr so viel Zeit.
  • Es kam der Vorschlag gemeinsame Schnittpunkte („Bildungsbrücken“, „Aktionen“, „Selbstbestimmung“, etc.) zu sammeln und konkretere Arbeitsgruppen zu bilden, die selbst gewählt werden (Kommentar aus „geteilte Notizen“ im BigBlueButton VK-Raum).

Vorbereitung der Treffen

  • Besser und klarer kommunizieren.
  • Größeren Fokus auf Diversität legen, da (1) die Vorbereitungsgruppe bisher vor allem aus Männern besteht und (2) die anwesenden Gruppen die Vielfalt der aktiven Gruppen in Mainz nicht widerspiegelt. Hier sollten wir kollektiv daran arbeiten, um dies zu ändern.
  • Langfristig gesehen wäre ein Rotationsprinzip bei der Vorbereitung der Treffen wünschenswert.

Wie weiter?

  • Nächste Schritte könnten sein, stärker praktische Ansätze zu entwickeln. Es stellt sich die Frage, wie wir eine gemeinsame Praxis entwickeln könnten. Ein erste Möglichkeit wäre, mit der vorgeschlagenen Veranstaltungsreihe zu beginnen.
  • Ein eigener Name für die Vernetzungstreffen wäre gut, da die kleine Gruppe „Mainz im Wandel“ wiederholt als eine Art Bündnis „aller“ anwesenden Gruppen angesprochen wurde. Hier wäre es evtl. sinnvoll, die Rolle der Gruppe „Mainz im Wandel“ nochmal anzusprechen und zu klären.
  • In der Vergangenheit sind wohl einige Vernetzungsinitiativen in Mainz gescheitert. Es wäre sinnvoll sich die Probleme zu vergegenwärtigen und gemachte Fehler zu vermeiden.